Saving Grains 301 GmbH

Preisträger 2023

Kategorie „Wirtschaft für Entwicklung“

Das Preisträgerunternehmen

Das Sozialunternehmen Saving Grains 301 GmbH wurde im Jahr 2019 gegründet. In das Unternehmen floss die Erfahrung der Gründer aus ihrer vorherigen Tätigkeit im Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen ein. Angesichts der immer noch weitverbreiteten Unterernährung und Armut war ihr unternehmerisches Ziel ein Modell zu entwickeln, das skalierbar ist und Verbesserung nicht nur punktuell schafft. Als nachhaltigen Lösungsansatz gegen hohe Nahrungsmittelverluste und die ungerechte Struktur der Wertschöpfungskette – beides starke Armutstreiber – nimmt Saving Grains die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick: Produzenten und deren Ernteerträge, Aggregatoren als Zwischenhändler, industrielle Abnehmer und deren Ansprüche hinsichtlich Qualität und Rückverfolgbarkeit. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Berlin und ein Tochterunternehmen in Accra, Ghana.

Das Projekt

Über 200 Millionen Kleinbauern und -bäuerinnen in Afrika verkaufen ihr Getreide zu Dumpingpreisen bereits während der Ernte. Hohe Ernteverluste durch Insektenfraß und unsachgemäße Lagerung verschlechtern ihre wirtschaftliche Situation zusätzlich. Saving Grains begegnet beidem mit einem praktikablen und umfassenden Ansatz. Zum einen bieten sie hermetisch schließende transparente Getreidesäcke mit integrierten Sensoren an. Dies verbessert die Lagerfähigkeit und ermöglicht somit nicht nur, das Getreide zu einem attraktiveren Zeitpunkt zu verkaufen, sondern auch eine Qualitätskontrolle und Rückverfolgbarkeit. Zweiter Baustein des prämierten Ansatzes ist eine App. Über diese erhalten angeschlossene Händler und Händlerinnen, sogenannte Aggregatoren, einen direkten Zugang zu industriellen Abnehmern. Das erlaubt, deutlich bessere Erlöse zu erzielen. Durch eine Beteiligung der Kleinbauern und -bäuerinnen an der Einnahmensteigerung erhöht sich auch deren Einkommen, um bis zu 50 Prozent. Trainings zur besseren Lagerung und Qualitätssicherung des Getreides und das Angebot von Finanzierung sind flankierende Bestandteile dieser ganzheitlichen Lösung, von der in besonderem Maße Frauen profitieren.

Verwendung des Preisgeldes

Mit dem Preisgeld wird Saving Grains die App für den Getreidekauf und die Zahlungen der Profitbeteiligungen weiterentwickeln. Die App erlaubt nicht zuletzt Transparenz gegenüber den industriellen Abnehmern, deren Qualitäts- und Einkaufsmanagement an fehlender Rückverfolgbarkeit leidet. Außerdem soll das erfolgreich angelaufene Projekt in naher Zukunft auf Kenia ausgedehnt werden.

(c) Saving Grains

Projektfortschritte

Durch das Preisgeld konnte Saving Grains die geplante Ausdehnung seines Projekts auf Kenia realisieren und wie geplant die App weiterentwickeln. In Westkenia wurde das Geschäftsmodell mit zunächst 7 Aggregator:innen erprobt. Alle Kunden haben Mais gekauft, was von Saving Grains finanziert und der durch das Unternehmen vermarktet wurde. Mit gutem Ergebnis: Die Aggregator:innen erzielten durchschnittlich 75% Gewinn, die Profitbeteiligung der Kleinbäuer:innen betrug 4,8%. Auch in Ghana wurden weitere Fortschritte realisiert. In beiden Ländern, Ghana und Kenia, etablierte das Unternehmen Warenlager, in denen die Bäuerinnen und Bauern das Getreide einlagern.

Ein weiterer wichtiger Schritt war die Optimierung des Geschäftsmodells. Dies berücksichtigt, dass die Aggregator:innen ihrerseits häufig selbst Kleinbäuer:innen sind. Saving Grains tritt nun selbst als Aufkäufer auf und legt einen wöchentlichen Einkaufspreis fest, der sich am örtlichen Getreidepreis orientiert. Die gleichbleibend hohe Getreidequalität ermöglicht es Saving Grains, größere Mengen an die Lebensmittel- und Futtermittelhersteller zu verkaufen. Die Profitbeteiligungen der Bäuerinnen und Bauern bleiben davon unberührt, ihre Profite steigerten sich um durchschnittlich 50%. Das gelagerte Getreide kann zudem als Sicherheit für Bankkredite dienen. Aggregator:innen können weiterhin einen Kredit von Saving Grains erhalten und damit  Getreide kaufen. Auf diese Weise partizipieren sie dann überproportional am Preisanstieg für Getreide.

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